Geschichtlicher Hintergrund
Bogenharfen sind die Ältesten Vertreter der Harfenfamilie, sie waren
bei den Sumerern und in Ägypten zwischen 3000 und 2000 vor unserer
Zeitrechnung bekannt; Winkelharfen entstanden etwas später. Bogenharfen
sind noch heute in Asien (Myanmar), in Teilen von Afrika, in einigen
Gebieten Sibiriens und in entlegenen Teilen von Afghanistan in Gebrauch.
Rahmenharfen (heutige Harfen), die fast völlig dem europäischen
Kulturkreis zugerechnet werden können, kamen im 9. Jh. auf und
entwickelten sich in zwei Variationen in Irland und Schottland sowie
auf dem europäischen Kontinent. Sie ist mit 30 bis 50 Saiten bespannt,
die mit den langen Fingernägeln des Spielers gezupft werden und die
einen hellen, perlenden Klang entwickeln. Mittelalterliche Harfen in
anderen Teilen Europas waren kleiner und leichter, mit 7 bis 25 Saiten
und schmaleren, flacheren Schallkörpern. Mit der Erfindung der
Darmsaiten um etwa 1500 entwickelte sich eine grössere Form mit einer
geraden Vorderstange, die mehr Spannung aufnehmen konnte als die
leichte, gebogene. Diese gotische Harfe ist die Vorläuferin der
volkstümlichen Harfen in Lateinamerika und der heutigen irischen Harfen
und auch der Orchesterharfen.
Da die Musik vom 16. bis 18. Jh. nach und nach einen grösseren Tonumfang
verlangte, wurden eine zweite Saitenreihe, die auf die Halbtöne
gestimmt war (chromatische Harfe), oder kleine Haken angebracht, durch
die die Saiten einen Halbton höher gestimmt werden konnten; ausserdem
wurden Pedale entwickelt, die mit den Haken (später dann drehende
Scheiben) durch Hebel und Drähte in der Vorderstange verbunden waren.
Die 1720 entwickelte Pedalharfe konnte die Tonhöhe der betreffenden
Saiten um einen Halbton erhöhen, wodurch die Harfe in vielen, wenn auch
nicht allen, Tonarten gespielt werden konnte. Dies wurde erst durch die
Entwicklung der Doppelpedalharfe möglich. Die Verwendungsarten der
Harfe reichen vom Ensemblespiel und Gesangsbegleitung über das
Generalbass- und Solospiel bis zum heutigen Einsatz im Orchester als
Konzertinstrument. Bedeutende Harfenwerke schrieben u.a. Händel,
Mozart, Hindemith, Henze und Berio. Harfe und Harfenspieler genossen im
Mittelalter hohes soziales Prestige, und das Instrument hatte
entsprechende symbolische Bedeutung; beispielsweise wurde die Harfe in
das irische Wappen aufgenommen. Seit dem Mittelalter ist die Harfe das
Attribut Davids und Orpheus'.
Mindestalter Ab Schulalter, ca. 7 bis 8 Jahre.
Voraussetzungen Geduld und Ausdauer, normal entwickelte Finger.
Tägliche Übezeit ca. 20 Minuten;
in den ersten Lektionen sollten Eltern das Kind in den Unterricht
begleiten und das Üben zu Hause betreuen.
Instrumentenpreis Schülerinstrumente ca. Fr. 2000.– bis Fr. 4000.–.
Mietpreis pro Monat ca. Fr. 50.– bis Fr. 80.–. Bei späterem Kauf wird der Mietpreis ganz oder teilweise angerechnet.
Zubehör/Notenmaterial ca. Fr. 50.– bis Fr. 100.– Semester für Noten und Saiten.
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